4 Flora und Fauna
 

4.1 Vegetationsformen

Vegetationsformen sind Gebiete, in denen die klimatischen Bedingungen in etwa die gleichen sind. Es gibt zum Beispiel Gebiete wo es viel regnet und viele Pflanzen gedeihen, es gibt aber auch Gebiete wo weniger Regen fällt und nur wenige Pflanzen gedeihen.

Tropischer Regenwald

Das Amazonasgebiet besteht vorwiegend aus tropischem Regenwald und ist das noch am intaktesten Regenwaldgebiet der Erde.

Die Pflanzen durchleben verschiedene Phasen (blühen, welken, wachsen, etc.) gleichzeitig. Somit entsteht eine immergrüne Flora. Bäume werden zwischen 20 und 60 Meter gross und bilden ein gigantisches Blätterdach, wodurch nur wenig Licht auf den Grund gelangt. Folglich wachsen am Boden nur schattenliebende Pflanzen, zum Beispiel Moose oder Farne.

Im tropischen Regenwald trifft man die grösste Tier- und Pflanzenvielfalt der Welt an (50 bis 80% aller Tier- und Pflanzenarten 1), S.4; jedes Jahr werden etwa 12'000 unbekannte Arten klassifiziert 26)), wobei der tropische Regenwald nur 6 bis 7% der ganzen Erdoberfläche ausmacht. 1), S.4

Anmerkung: Das Klima des tropischen Regenwaldes wurde in Kapitel drei behandelt.

Tropischer Feuchtwald

Im tropischen Feuchtwald gibt es eine Trockenzeit von zwei bis fünf Monaten pro Jahr, während der die Bäume einen Teil ihrer Blätter abwerfen - ist also nicht immergrün.

Der tropische Feuchtwald ist weniger dicht als der tropische Regenwald, dadurch können am Grund mehr Pflanzen gedeihen. Dieser sogenannte Unterwuchs kann bis zu vier Meter gross werden. 1), S.4

Tropischer Trockenwald

Kommt im Amazonasgebiet nicht vor.

Tropischer Bergwald

Tropischer Bergwald kommt in Tropen und Subtropen , in Gebirgsregionen zwischen 800 und 1'500 Meter über Meer, vor. Im Amazonasgebiet speziell in den Anden. 1), S.5

Tropischer Bergwald beugt der Erosion vor. Dies ist eine sehr wichtige Eigenschaft. In der Schweiz sieht man im Moment sehr gut, was passiert wenn solche Wälder abgeholzt werden. Sobald die Regenmengen über dem Durchschnitt liegen, beginnen ganze Hänge zu rutschen und reissen alles mit sich was ihnen in die Quere kommt.

Mangrovenwald

Der Mangrovenwald kommt im Gezeitenbereich von Flüssen oder Meeren vor. Mangrovenwälder können riesige Flächen in Besitz nehmen. 1), S.5 Ein gutes Beispiel sind die Everglades in Florida.

Mangrovenwälder sind gestuft. Je mehr sie sich am Festland befinden, desto grösser wachsen die Bäume. Sie gehören zu den wenigen Pflanzen, die sich dem Salzgehalt im Wasser anpassen können. Da den Mangroven meist ein fester Untergrund fehlt, bilden sie sogenannte Stelzwurzeln, durch welche sie trotzdem Halt finden. Im schlammigen Untergrund gibt es beinahe kein Sauerstoff. Auch für dieses Problem haben die Mangroven ein "Mittelchen" gefunden. Sie besitzen Atemwurzeln, welche bis an die Wasseroberfläche reichen.

Mangroven schützen vor Erosion, Überschwemmungen, Stürmen und Fluten. 1), S.5

4.2 Der Strom Amazonas

Unterhalb des Andenkamms, über 5'000 Meter über Meer, existiert ein kleiner See namens "Laguna McIntyre" (benannt nach seinem Entdecker). Dieser See ist die Quelle des Amazonas. Unglaublich, wenn man sich die Grösse des Amazonas vor Augen hält. Auf seinem Weg, in Richtung atlantischem Ozean, wird der Amazonas von unzähligen Nebenflüssen gespiesen. So gewinnt er Meter für Meter immer mehr an Grösse. 8), S.50

Offiziell trägt der Amazonas seinen Namen erst, nachdem er sich mit dem Rio Negro vereint hat. Vor diesem Punkt wird er "Rio Solimoes" genannt. In der Nähe von Manaus, der Hauptstadt Amazoniens, fliessen die beiden mächtigen Ströme zusammen und bilden so den Amazonas.

Der Rio Negro verdankt sein Name seinem dunkeln Wasser. Er ist so rein wie destilliertes Wasser und gleichzeitig so sauer wie verdünnte Säure. Dem Rio Negro fehlen jegliche Nährstoffe. Der Grund dafür ist, dass dem Regen, noch bevor er in den Fluss gelangt, durch die Pflanzen beinahe alle Nährstoffe entzogen werden. 8), S.50

Die Tiere haben sich hervorragend an diese, fast lebensfeindliche, Umgebung angepasst. Zum Beispiel ernähren sich die Fische, welche in solchem Gewässer leben, von herabgefallenem Laub, Früchten oder ertrunkenen Insekten. Es gibt sogar Arten, welche den Blütenstaub von der Wasseroberfläche aufnehmen oder Schuppen von anderen, noch lebenden, Fischen fressen. 8), S.58

Der Rio Solimoes bekommt seine braune Färbung durch die Sedimente, die er von den Anden bis ins Tal getragen hat. Der Rio Solimoes ist darum, im Gegensatz zum Rio Negro, an Nährstoffen angereichert. 2), S.5

Im Amazonas leben tausende verschieden Tierarten. Unter anderen Riesenotter, Schildkröten, Anakondas , Kaimane, Seekühe und Riesenwelse. Die Tiere sind ihrer Umgebung perfekt angepasst.

4.3 Portrait

Wie erwähnt, gibt es im Amazonasgebiet etliche Tier- und Pflanzenarten. 50 bis 80% aller Tier- und Pflanzenarten leben in tropischen Regenwäldern. 1), S.4 In einem einzigen Blätterdach eines Baumes wurden schon über 1'200 verschiedene Käferarten entdeckt. 26) Ich stelle auf den folgenden Seiten eine Tier- und eine Pflanzenart vor.

Der Mahagoni-Baum

Der Mahagoni (im lateinischen Swietenia macrophylla) ist seit Jahrhunderten einer der begehrtesten Baumarten überhaupt. Sein Holz wird als "Edelholz" klassifiziert. Der Mahagoni ist heute schon fast ausgestorben. Kein wunder, wer einmal mit Google (siehe http://www.google.ch/) in der Bildsuche nach "Mahagoni" sucht, bekommt tausende Produkte, welche aus Mahagoni-Holz gefertigt wurden, aufgeführt. Kein einziges Bild zeigt einen Mahagoni-Baum in freier Wildnis. In Honduras und Kolumbien ist er bereits ausgestorben. 2), S.14

Ein einziger Kubikmeter des "kostbaren" Holzes kostet bis zu 1'500 Schweizerfranken. Der Mahagoni ist zwischen 30 und 40 Meter hoch und kann einen Durchmesser von bis zu zwei Meter haben. In den Flussniederungen und im südwestlichen Amazonasgebiet trifft man ihn am häufigsten an. 2), S.14

Ich finde es primitiv, sich Gegenstände für viel Geld zu kaufen, welche aus Mahagoni resp. seltenem Holz gefertigt wurden. Ich sehe keinen Grund, warum man nicht häufig vorkommendes und billiges Holz, anstatt seltenes und teures Holz verwenden resp. kaufen sollte. Menschen die dies dennoch tun, haben wohl Minderwertigkeitskomplexe und müssen sich darum mit solchen hübschen "Accessoires" schmücken.

Man muss jedoch berücksichtigen, dass es viele Menschen gibt, welche dies unbewusst tun. Obwohl diverse Umweltschutzorganisationen sich darum bemühen, die Informationen an den Mann resp. an die Frau zu bringen, nützt dies oft nicht sehr viel. Zu wenigen Menschen ist heute bewusst, wie wichtig die Natur für uns und alle restlichen Lebewesen auf dieser Erde ist.

Der Amazonas-Delfin

Der Amazonas-Delfin ist der grösste aller Flussdelphine. Anstatt einer Rückenfinne hat er eine Rückenleiste, in seiner Schnauze sitzen bis zu 140 Zähne, er kann bis zu 2.70 Meter gross werden und über 150 kg wiegen. Seine Nahrung besteht aus über 50 verschiedenen Fischarten. Grundsätzlich ist er ein langsamer Schwimmer, schwimmt also meist nicht schneller als 2 km/h. Wenn er es allerdings eilig hat, bringt er es schon mal auf 10 km/h.

Da die Amazonas-Delfine in trüben Gewässern leben, sind sie beinahe blind. Sie nutzen ihr Echoortsystem, um sich ein Bild ihrer Umgebung zu machen. Die einzige Bedrohung von einem anderen Lebewesen, geht vom Mensch aus.

Es gibt keine genauen Auskünfte über die Populationsgrösse der Amazonas-Delfine. Man nimmt aber an, dass diese Flussdelfinart eine der häufigsten und weitverbreitesten ist. Wie bei vielen Delfinarten, wird ihr Bestand durch die Menschen gefährdet. Unter anderem durch Fischernetze, Zerstörung des Lebensraumes, Trennung des Verbreitungsgebiets, Umweltverschmutzung und zunehmenden Schiffsverkehr. 21)

4.4 Die Zerstörung und deren Auswirkungen

Die Vernichtung der Natur im Amazonasgebiet hat verschiedene Gründe. An oberster Stelle, wie könnte es auch anders sein, steht das Geld. Maschinen bohren Löcher in die Erde um Erz und Öl zu gewinnen, Wälder werden abgebrannt und niedergesägt, ganze Waldstreifen werden für den Strassenbau zerstört. Alles nur um den Wirtschaftsländern einen gewissen Wohlstand zu verschaffen.

Durch den Strassenbau werden oft Siedler herangelockt, die nach Einzug brandroden um ihre eigenen kleinen Plantagen anzulegen. Oder noch abstruser; die Regierung erschliesst Regenwaldgebiet und möchte es "entwickeln". Möchte also Dörfer errichten und Menschen dort ansiedeln. Oft fehlt aber das nötige Know-how und meist sind dies nur kurzfristige Interessen. Durch die intensive Nutzung des Bodens, wird dieser "überlastet" und somit zerstört. 7), S.2

Die Waldfläche nimmt in den letzten Jahren konstant ab. Sogar vor Schutzgebieten machen die skrupellosen Baumfäller keinen halt. Wenn das so weitergeht, kann es zu einer riesen Katastrophe führen, welche im Moment noch einigermassen verhindert werden könnte.

In den letzten Jahren haben die Regierungen rund um das Amazonasgebiet missliche Lage langsam erkannt, arbeiten darum eng mit Umweltschutzorganisationen zusammen und beginnen sogar langsam die Naturschutzreservate zu (rechtlich) beschützen.

Früher war es der Gold- oder der Kautschuk-Rausch, welcher die Menschen aus allen Weltengegeden in das Amazonasgebiet lockte. Heute gibt es schon wieder einen neuen "Boom". Im Amazonasgebiet gibt es tausende von verschiedenen Tierspezien, somit ist es eine Schatztruhe für die Forschung. Die Brasilianische Regierung hat nun Angst, dass das Amazonasgebiet durch sogenannte Biopiraten geplündert werden könnte. 11), S.64

Anmerkung: Die meisten Auswirkungen wurden schon im Kapitel Klima beschrieben.

4.5 Produziert der Regenwald CO2?

In der "NZZ am Sonntag" vom 14.04.2002 wurde in einem Artikel berichtet, dass das Amazonasgebiet unsere Erde nicht wie bisher angenommen vor einer übermässigen Erwärmung (Treibhauseffekt) schützt.

Laut einer im Magazin "Nature" veröffentlichten Studie, soll das CO2 der Luft zwar in den Pflanzen und im Boden gespeichert werden. Jedoch wird jedes Jahr wieder 500 Millionen Tonnen Kohlenstoff aus den Wäldern abtransportiert und in Form von CO2 in die Atmosphäre entlassen. Dies geschieht durch Bakterien, die das Pflanzenmaterial zersetzen und in CO2 umwandeln. Der geschätzte Wert liegt in der gleichen Grössenordnung, wie die vom Menschen verursachte Zerstörung des Regenwaldes. 11)

Es darf hierbei allerdings nicht vergessen werden, dass es sich nur um eine Studie eines Professors handelt. Diese Theorie ist also noch längst nicht bewiesen oder garantiert.

Wenn diese Studie allerdings bestätigt würde, dann wäre dies negativ für den Schutz der Wälder weltweit. Die Abholzungsfirmen hätten einen Grund für die totale Abholzung der Wälder!

4.6 Statement des Autors

Ich finde es unglaublich, wie einfach diese wundervolle Umwelt zerstört werden kann. Jahrzehnte hat niemand hingeschaut. Letztes Jahrzehnt wurden die ersten Menschen darauf aufmerksam. Bis jedoch effektive Massnahmen ergriffen wurden, dauerte es noch zehn Jahre.

Die Natur- und Tierwelt ist etwas einzigartiges, etwas nicht mehr wiederherstellbares und sollte darum nachhaltig genutzt werden.